Analyse historischer Wetterdaten

Meine Karte mit historischen Daten aller DWD-Wetterstationen im Südwesten zeigt: Schnee an Heilig Abend ist die Ausnahme. Wann in Baden-Württemberg der erste Schnee fällt, zeigt eine weitere Visualisierung:

„MITTEN IM OKTOBER! Erster Schneefall im Ländle!“ hat die „Bild“-Zeitung am 11. Oktober leicht hysterisch vermeldet. Am Bodensee indes warten die Menschen knapp zwei Monate später immer noch auf die ersten Flocken. Ein ungewöhnliches Phänomen?

Keineswegs, verrät ein Blick auf historische Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Wann im Südwesten der erste Schnee fällt

So häufig lag an Heilig Abend Schnee

Jenseits der bayerischen Voralpen ist die Wetterstation auf dem Feldberg tatsächlich der Ort in Deutschland, an dem es am frühesten anfängt zu schneien. Statistisch gesehen liegt der Schneefall am 10. Oktober 2016, über den die „Bild“-Zeitung berichtete, ziemlich nahe am durchschnittlichen Wintereinbruch der vergangenen 35 Jahre.

Leicht verspäteter Wintereinbruch am Bodensee

Verzögern wird sich allerdings wohl der erste Schneefall am Bodensee. Laut DWD eine Folge des Hochdruckgebietes, das sich über weite Teile des Südwestens ausgebreitet hat. In Konstanz zum Beispiel liegt im Schnitt schon am 27. November der erste Schnee, auf der Wetterstation in Langenargen einen Tag später.

Ganz anders sah es vor drei Wochen auf der Schwäbischen Alb bei Laichingen aus: In Westerheim fielen bereits am 9. November die ersten Schneeflocken. 118 Meter tiefer, im benachbarten Blaubeuren, schneite es sogar 11 Tage früher als im Durchschnitt.

In der Oberrheinische Tiefebene hingegen können sich die Menschen mit der Winterbereifung ruhig noch ein paar Tage Zeit lassen. Auch die Schneedecke ist dort nicht von Dauer: Im badischen Neuried im Ortenaukreis liegt gerade einmal an 13 Tagen im Jahr Schnee – auf dem Feldberg sind es zwölf Mal so viele.

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